Rückblick 2015

 

Forschungen zum Verbleib des Nachlasses von Richard M. Meyer

Richard M. Meyer verstarb am 8. Oktober 1914 in Berlin. In seinem Testament bestimmte er abgesehen von einigen Legaten an Freunde und gemeinnützige Einrichtungen, seine Witwe Estella zur Alleinerbin seines auf 3,9 Mio. RM geschätzten Vermögens, zu dem neben seinem Stadtpalais in der Voßstraße 16, eine Kunstsammlung, eine umfangreiche Bibliothek und sein wissenschaftlicher Nachlass mit unveröffentlichten Manuskripten, Tagebüchern und eine umfangreiche Korrespondenz mit Wissenschaftlern, Schriftstellern und Künstlern zählte. 

Das Deutsche Reich erzwang im Juli 1936 von der Familie den Verkauf des Anwesens in der Voßstraße. Für den Neubau der Reichskanzlei wurde die gesamte Nordseite der Straße aufgekauft und die Gebäude bis 1938 abgerissen. Unter nicht geklärten Umständen gelangten schon vor Juli 1936 persönliche Papiere und Kunstwerke aus dem Nachlass Richard M. Meyers in den Kunst- und Autographenhandel und wurden u.a. über das Auktionshaus Hellmut Meyer & Ernst über verschiedene Auktionen und Lagerkataloge angeboten. Die Forschungsergebnisse der Richard M. Meyer Stiftung zu diesen Verkäufen veröffentlichte die Zeitschrift für Germanistik in ihrer Ausgabe 1/2015. 

Räuberhände - Theaterfestival Augenblick mal! 2015 in Berlin

Die von der Richard M. Meyer Stiftung 2013 unterstützte Produktion des Thalia Theaters der Inszenierung von Finn Ole Heinrichs Stück "Räuberhände", gastierte am 26. April 2015 in Berlin beim bundesweiten Theater Festival für junges Publikum.

Förderung Dissertation über die Arisierung des Bankhauses E. J. Meyer

Der Großvater von Richard M. Meyer gründete 1816 in Berlin das Bankhaus E. J. Meyer. Im Zuge der Arisierung wurde die Bankiersfamilie 1938 gezwungen, ihre Anteile zu verkaufen. Maximilian Elsner von der Malsburg hat in seiner Dissertation die Geschichte der Bank nachgezeichnet und die Übernahme durch den Bankier Kurt Richter-Erdmann untersucht. Die Richard M. Meyer Stiftung hat die Drucklegung seiner Dissertation im Peter Lang Verlag mit einem Druckkostenzuschuss unterstützt.  

Maulina Schmitt - Mein kaputtes Königreich

Im Rahmen der Projekt-Reihe Thalia-mobil des Thalia Theaters Hamburg unterstützt die Richard M. Meyer Stiftung die Inszenierung des Klassenzimmerstückes "Maulina", für das der Hamburger Autor Finn Ole Heinrich mit dem LUCHS Kinder- und Jugendpreis ausgezeichnet wurde. 

 

Auszug aus dem Programmheft "Jung und mehr" des Thalia Theaters:

 

Paulina, nicht ohne Grund Maulina genannt, zieht mit ihrer Mutter in eine Neubausiedlung. Aber "Plastikhausen" hat nicht die leiseste Ähnlichkeit mit ihrem alten Zuhause, dem Königreich "Mauldawien". Die Freunde sind weg und etwas ist mit ihrer Mutter nicht in Ordnung. Maulina sinnt auf Rache, denn klar, ihr Vater ist an allem schuld, auch an der Trennung der Eltern. Sie wird ich Königreich zurückerobern, koste es, was es wolle. Maulina begegnet Schmerzen und Ängsten der Kindheit mit Fantasie, Ehrlichkeit und Mut.

 

Die Premiere war am 14. Dezember 2015 im Thalia Theater - Gaußstraße. 


 


 

 

 

Nietzsche Plastik aus der Sammlung von R. M. Meyer - verkauft in Berlin im Juni 1937 bei Hellmut Meyer & Ernst