Bankhaus E. J. Meyer Berlin   

Richard M. Meyer war der Enkel des Bankiers Elias Joachim Meyer, der 1816 die Familienbank in Berlin gründete. 

1816

  • Gründung des Bankhaus E. J. Meyer durch den aus Körlin stammenden Kaufmann Elias Joachim Meyer (1783-1849) . 

1830

  • Die Bank befindet sich in der Königstraße 7. Handelskontakte bestehen u.a. zu N. M. Rothschild in London. 

1847

  • Abschluss eines Gesellschaftervertrages zwischen Elias Joachim Meyer und seinen beiden Söhnen Abraham (1810-1881) und Friedrich (1820-1881).  

1856

  • Das Bankhaus E. J. Meyer Bank begleitet zusammen mit anderen Häusern die Gründung der Mitteldeutschen Kredit-Bank.  

1870

  • Abraham Meyer, Seniorchef des Hauses und Preußischer Kommerzienrat zeichnet für  500.000 Taler Anteile am Gründungskapital der Deutschen Bank und ist damit der zweite größter Einzelzeichner. Bis zu seinem Tod 1881 gehört er dem Verwaltungsrat der Deutschen Bank an. 

1872

  • Die Bank beteiligt sich in Frankfurt an der Gründung der Internationalen Bau- und Eisenbahngesellschaft AG, welche im folgenden Jahr mit dem Bauunternehmer Philipp Holzmann die Philipp Holzmann & Co. gründet. 

1875

  • Umzug der Bank in die Voßstraße 16. Das von den Architekten Heinrich Kayser und Carl von Groszheim entworfene Palais im Renaissance-Stil dient auch als privater Wohnsitz der Familie von Friedrich Meyer. Sein Bruder wird zum Generalrat der neu gegründeten Reichsbank gewählt.
  • Die Bank, deren Bilanzsumme sich auf 6,2 Mio. beläuft, beteiligte sich am Emissionskonsortium für württembergische Staatsanleihen und hält ein umfangreiches Portfolio von Aktien verschiedener Industrieunternehmen, Eisenbahngesellschaften und Banken. 

1881

  • Innerhalb von wenigen Tagen verstarben Abraham und Friedrich Meyer. Die Bank wird durch den Sohn von Abraham Meyer, Ernst Joachim Meyer (1854-1928) weitergeführt. Das Haus zählt zu den Mitbegründern der Nationalbank, der späteren Danat Bank. 

1913

  • Eintritt von Dr. Adolph Meyer (1886-1965) in das Bankhaus E. J. Meyer. 

1930

  • Teilnahme an einem durch das Bankhaus von Goldschmidt-Rothschild & Co. geführten Bankenkonsortium zur Stützung von an der Börse notierten Gesellschaften. 

1931

  • Bankenkrise in Deutschland, welche E. J. Meyer jedoch unbeschadet übersteht.  

1932

  • Treuhänderische Abwicklung des Bankhauses Schwarz Goldschmidt & Co. für die Dresdner Bank durch E. J. Meyer. 

1937

  • Die Bank muss ihre Geschäftsräume in der Vossstraße 16 aufgeben – die gesamte Nordseite der Straße wird für den Erweiterungsbau der Reichskanzlei abgerissen. Der Sitz der Bank wird in die Französische Straße 47 verlegt. 

1938

  • Dr. Meyer und sein Geschäftspartner Dr. Horwitz verkaufen ihre Anteile an den Bankier Kurt Richter-Erdmann (1895-1941) und emigrieren beide mit ihren Familien aus Deutschland. 

1939

  • Umzug der Bank in die Jägerstraße 54-56, dem ehemaligen Sitz des Bankhauses Emil Ebeling, das der Vater von Kurt Richter-Erdmann leitete. 

1941

  • Kurt Richter-Erdmann wird von der Gestapo verhaftet und verstirbt kurze Zeit später. Seine Witwe nimmt als persönlich haftende Gesellschafter Albert von Metzler und Hans Wilhelm von Tümpling auf. 

1945

  • Das Berliner Bankhaus E. J. Meyer wird bei Kriegsende geschlossen. Die unabhängige Hamburger Niederlassung firmiert noch bis 1956 als Bankhaus E. J. Meyer.