Rückblick 2013-2018

Förderung Tagung der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. 

Durch kulturelle Schulentwicklung können Schulen zum Bildungserfolg und zur Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen beitragen. Ausgangspunkt der Tagung Kulturelle Schulentwicklung im Querschnitt von Schule, Kultur und Jugend – Was können Verwaltung, Forschung und Praxis voneinander lernen? waren am 18. und 19. Dezember 2018 die vielfältige Praxis in der Zusammenarbeit von Schulen mit kulturellen Bildungspartnern und empirische Erkenntnisse der kulturellen Schulentwicklungs- und Bildungsforschung.  

Anna und Rosa Schapire - eine intellektuelle Doppelbiographie  

Anna und Rosa Schapire gehörten zu den ersten promovierten Akademikerinnen des Kaiserreichs und setzten sich schon früh für die Emanzipation ein. 

Anna Schapire (1877-1911) studierte Germanistik, Philosophie und Nationalökonomie in Paris, Wien, Krakau, Berlin und Bern, wo sie mit der Arbeit Der Arbeiterschutz und die Parteien im deutschen Reichstag 1906 promovierte. Ab 1900 veröffentlichte sie eigene literarische Werke und übersetzte zahlreiche Autoren aus dem Russischen, Polnischen, Englischen und Französischen. Ihr Abriß einer Geschichte der Frauenbewegung (1909) und ihre literaturhistorischen Bücher über Leo Tolstoi (1909) und Friedrich Hebbel (1909) zählen zu ihren bekanntesten Werken. 

Ihre Schwester Rosa Schapire (1874-1954) war eine sozialistisch orientierte Feministin, deren frühes politisches Engagement jedoch im Schatten ihrer Rezeption als passionierte Sammlerin und Förderin expressionistischer Kunst steht. Als passives Mitglied der Brücke gehörte sie zu den wichtigen engagierten Fürsprecherinnen dieser zeitgenössischen Gruppierung, die sie auch publizistisch unterstützte.  Zusammen mit Ida Dehmel, die auch mit Richard M .Meyer befreundet war, gründete Rosa Schapire 1916 den Frauenbund zur Förderung deutscher bildender Kunst. 

Die Richard M. Meyer Stiftung förderte im Juni 2016 eine Tagung an der München Ludwig-Maximilians-Universität und 2017 die von Burcu Dogramaci und Günther Sandner herausgegebene Doppelbiografie im Aviva Verlag, die erstmals die historischen Kontexte, wechselseitigen Einflüsse und intellektuellen Profile der vielseitigen Schwestern beleuchtet.

Geschichtomat - Jüdische Geschichte vor der Haustür entdecken

Der Geschichtomat ist ein Schülerprojekt zur Vermittlung jüdischer Geschichte und Kultur in Hamburg. Ziel des deutschlandweit einzigartigen Projektes ist es, Schülerinnen und Schülern einen eigenständigen Zugang zur jüdischen Geschichte, Kultur und Gegenwart ihrer Stadt zu eröffnen. Gezielt gehen Jugendliche in ihrem Stadtteil auf Spurensuche. Sie beschäftigen sich mit historischen Personen, Orten oder Ereignissen und setzen sich mit aktuellen jüdischen Leben auseinander. Mit fachlicher und medienpädagogischer Begleitung recherchieren sie, führen Interviews mit Experten und Zeitzeugen, besuchen Museen und Archive, drehen und schneiden Filme, bearbeiten Fotos und schreiben Texte. Am Ende der Projektwoche werden die fertigen Beiträge auf der Geschichtomat-Webseite hochgeladen. So entsteht nach und nach ein digitaler Stadtplan zum jüdischen Leben aus Sicht von Jugendlichen.

Die Richard M. Meyer Stiftung unterstützte 2016 das vom Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) getragene Projekt.

Nachlass von Richard M. Meyer

Richard M. Meyer verstarb am 8. Oktober 1914 in Berlin. In seinem Testament bestimmte er abgesehen von einigen Legaten an Freunde und gemeinnützige Einrichtungen, seine Witwe Estella zur Alleinerbin seines auf 3,9 Mio. RM geschätzten Vermögens, zu dem neben seinem Stadtpalais, eine Kunstsammlung, Bibliothek und sein wissenschaftlicher Nachlass mit unveröffentlichten Manuskripten, Tagebüchern und seine umfangreiche Korrespondenz mit Wissenschaftlern, Schriftstellern und Künstlern zählte. Das Deutsche Reich erzwang im Juli 1936 von der Familie den Verkauf des Anwesens in der Voßstraße. Für den Neubau der Reichskanzlei wurde die gesamte Nordseite der Straße aufgekauft und die Gebäude bis 1938 abgerissen. Unter nicht geklärten Umständen wurden am 12. Juni 1936 und am 15. Juni 1937 Autographen und Kunstwerke aus Meyers Nachlass beim Berliner Auktionshaus Hellmut Meyer & Ernst verkauft und über im Autographenhandel angeboten. 

Die Forschungsergebnisse der Stiftung zu diesen Verkäufen veröffentlichte die Zeitschrift für Germanistik in ihrer Ausgabe 1/2015.  

Förderung Dissertation über die Arisierung des Bankhauses E. J. Meyer

Der Großvater von Richard M. Meyer gründete 1816 in Berlin das Bankhaus E. J. Meyer. Im Zuge der Arisierung wurde die Bankiersfamilie 1938 gezwungen ihre Anteile zu verkaufen. Maximilian Elsner von der Malsburg hat in seiner Dissertation die Geschichte der Bank nachgezeichnet und die Übernahme durch den Bankier Kurt Richter-Erdmann untersucht. 

Die Richard M. Meyer Stiftung hat die Drucklegung der Dissertation im Peter Lang Verlag gefördert.   

Maulina Schmitt - Mein kaputtes Königreich

Im Rahmen der Projekt-Reihe Thalia-mobil des Thalia Theaters Hamburg unterstützte die Richard M. Meyer Stiftung die Inszenierung des Klassenzimmerstückes Maulina, für das der Hamburger Autor Finn Ole Heinrich mit dem LUCHS Kinder- und Jugendpreis ausgezeichnet wurde. Die Inszenierung hatte am 14. Dezember 2015 Premiere im Thalia Theater - Gaußstraße. 

Räuberhände 

Die von der Richard M. Meyer Stiftung 2013 unterstützte sehr erfolgreiche Inszenierung von Finn Ole Heinrichs Stück Räuberhände steht immer noch auf dem Spielplan des Thalia Theaters. Am 26. April 2015 gastierte die Inszenierung in Berlin beim bundesweiten Theater Festival für junges Publikum.